Beziehungen der Familie Steinbeis in Ilsfeld zu Justinus Kerner und seiner Familie in Weinsberg (im Oktober 2019)

Im Jahr 1811 kam Pfarrer Johann Jakob Steinbeis mit seiner Ehefrau Wilhelmine geb. Kerner und den Kindern Wilhelmine, Charlotte, Ferdinand und Auguste nach Ilsfeld. In Ilsfeld sind noch die Kinder Georg und Marie geboren. Der älteste Sohn Ferdinand besuchte die Volksschule in Ilsfeld und begann 1822 eine Ausbildung zum Hüttenkadett in Wasseralfingen und Abtsgmünd.

 

Die Mutter, die Schwestern und der Vater nahmen regen Anteil am Werdegang von Ferdinand. Etwa 300 Briefe aus dem Ilsfelder Pfarrhaus geben Einblick in die Entwicklung und das Ergehen von Ferdinand, enthalten familiäre Neuigkeiten und lokalpolitisch Interessantes. Wir erfahren, dass der Küfer Bader den Schultheiß Ludwig verschießen wollte, sein Schießkollege Bartenbach, im letzten Moment von seinem Gewissen gewarnt, zum Schultheiß ging und gestand.

 

 

 

Auch die Beziehungen zu Justinus Kerner und seiner Familie sind Thema der Briefe aus Ilsfeld an Ferdinand.

 

Am 8. Dezember 1822 endet ein Brief der Mutter im Umfang von sechs Seiten mit der Information, dass Lotte noch immer in Weinsberg sei, weil die Tante ein Mädchen bekommen habe. Charlotte, die 17-jährige Schwester von Ferdinand, war zur Unterstützung der Verwandtschaft in Weinsberg, nachdem dort ein Kind geboren war.

 

Charlotte war wohl nicht glücklich im Haus des Onkels, denn sie wollte wieder heim nach Ilsfeld; die Mutter erlaubte es aber nicht, weil die Tante nach der Geburt noch Hilfe brauchte.

 

Auch die seltsamen Ereignisse um Friederike Hauffe waren Thema im Pfarrhaus in Ilsfeld. Die „Seherin von Prevorst“ verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens in Kerners Haus in Weinsberg; sie soll Stimmen gehört und Lichterscheinungen gehabt haben. Im August 1827 war Pfarrer Steinbeis zu Besuch in Weinsberg. In einem Brief an seinen Schwager Karl Kerner in Stuttgart schrieb er:

 

„Geister erschienen während meines, freilich kurzen, Aufenthalts in Weinsberg keine. Ich hatte halb Scherz, halb Ernst, die Hauffe darum gebeten, ihre Besucher zu veranlassen, daß sie die Treppe hinauf zu mir in das mir angewiesene Schlafzimmer bemühen möchten, damit ich das Vergnügen haben könne, ihre persönliche Bekanntschaft zu machen. Es kam aber keiner. Freilich ging ich erst nach Mitternacht zu Bett. Am anderen Vormittag sagte ich der Hauffe scherzend, da sie mir in Weinsberg die Bekanntschaft dieser seltsamen Wesen nicht habe vermitteln können, daß diese auf einen oder anderen Besuch nach Ilsfeld höflichst eingeladen seien. Sie verschmähten mich bisher.“

 

In Ilsfeld war der Oberamtamtsarzt und Onkel aus Weinsberg gefragt, wenn jemand von einer Krankheit heimgesucht wurde. Im Dezember 1822 übernachtete Kerner in Ilsfeld. Mariele, das etwa einjährige Kind, war krank. Sie schlief dann die ganze Nacht wieder recht gut, schrieb die Mutter an ihren Sohn. Justinus Kerner ließ Grüße an Ferdinand ausrichten.

 

 

 

 

 

Justinus Kerner und seine Schwester Wilhelmine Steinbeis

 

 

 

Ein besonders gutes Verhältnis schien Justinus Kerner zu seiner Schwester Wilhelmine gehabt zu haben. Im „Bilderbuch aus meiner Knabenzeit“ schrieb er, dass sie manches Buch, Geschichten und Lieder miteinander lasen, und er seine poetischen Versuche ihr mitteilen konnte, weil allein sie ihn verstand.

 

 

 

Im Jahr 1829 starb Pfarrer Johann Jakob Steinbeis. Seine Witwe war 47 Jahre alt, von den sechs Kindern war die Älteste mit Pfarrer Binder in Beilstein verheiratet, ungewiss war der weitere Lebensweg der jüngeren Kinder. Mit einem selbstverfassten Gedicht suchte sie Trost bei Justinus Kerner. Er antwortete auch mit einem Gedicht, es trägt den Titel „Nähe des Todten“.

 

Die letzten zwei Strophen lauten:

 

 

 

„Die Andern nicht begreifen,

 

Was Selg'es ich ersah!

 

Was die nicht schauen, greifen,

 

Das ist für sie nicht da.

 

 

 

Die wissen nichts von drüben,

 

Die wissen nur von hier,

 

Nicht wie sich Geister lieben,

 

Doch Herz! - das wissen wir.“

 

 

 

Als nach dem Tod des Vaters über den weiteren Weg der Kinder gesprochen wurde, waren Karl Kerner – der frühere Generalstabsmajor, Minister des Innern und amtierender württenbergischer Bergwerks- und Hüttendirektor – und Justinus Kerner im Pfarrhaus in Ilsfeld. Die Weihnachtstage im Jahr des Todes ihres Mannes verbrachte Wilhelmine Steinbeis mit dem jüngsten Sohn Georg in Weinsberg.

 

 

 

Jahrzehnte später verfasste Justinus Kerner ein Gedicht „An meine alte Schwester“:

 

 

 

„Du alte Schwester, wenn ich denke Dein,

 

Kommt mir zu Sinn stets ein alter Wein,

 

Ein Wein, der durch die eigne geist'ge Kraft

 

die Erdenteilchen aus sich weggeschafft,

 

So daß er nur im Alter, stark und klar

 

Betrübte Herzen heilet wunderbar.“

 

 

 

Wilhelmine antwortete:

 

 

 

„Was das Gedicht anbelangt, so müßte ich dasselbe für Spott halten, wenn Deine Liebe mich nicht jeher höher gestellt hätte als ich's verdiene. Der Wein hat nie viel Geist und nun ist auch dieser wenige vollends verdunstet, und nur schwere, zu allem Genusse untaugliche, Masse über geblieben.“

 

 

 

Ein anderes Mal schrieb Wilhelmine von ihren medizinischen Talenten, die darin bestünden, dass sie äußere, körperliche, Übel mit Wasserumschlägen, innere aber mit kühlem Trank heilen würde.

 

 

 

Quellen:

 

Ferdinand von Steinbeis: Sohn eines Ilsfelder Pfarrers – Wegbereiter der Wirtschaft in Württemberg – Briefe aus dem Elternhaus; Hrsg.:Ilsfelder Heimatverein

 

Sechster Jahresbericht des Justinus-Kerner-Vereins Weinsberg, 1910

 

Aufnahme: Archiv Ilsfelder Heimatverein

 

 

 

Den Beziehungen von Ferdinand Steinbeis zu Justinus Kerner widmen wir einen weiteren Artikel.

 

 

 

Walter Conrad

 


Grabmal von Friederike Luise Kerner – Mutter von Justinus Kerner – am Westeingang des Alten Friedhofs (im Oktober 2019)

Wer beim Johann-Geyling-Haus in den Alten Friedhof geht, entdeckt bei der Reihe von Grabsteinen bekannter Ilsfelder Persönlichkeiten seit einigen Monaten das Grabmal von Friederike Luise Kerner. Das Kleinod stand seither an der Friedhofsmauer neben den Kriegerdenkmalen. Weil es abseits von den Wegen seinen Platz hatte, wurde es von Friedhofsbesuchern kaum wahrgenommen. Früher war das Grab mit dem eindrucksvollen Grabstein beim Weg zur Leichenhalle. Ältere Ilsfelderinnen erinnern sich daran, dass sie als Schülerinnen die Aufgabe hatten, das Grab von Friederike Luise Kerner zu pflegen.

 

Auf Vorschlag des Heimatvereins ließ die Gemeinde das Grabmal auf einen Platz im Alten Friedhof aufstellen, an dem viele Friedhofsbesucher vorübergehen. Dafür danken wir Herrn Bürgermeister Knödler; bei Steinmetzmeister Alexander Mann bedanken wir uns für die Ausführung der Arbeit.

Grabmal von Friederike Luise Kerner, die Mutter von Justinus Kerner

 

 

Friederike Luise Kerner (1750-1817) und Christoph Ludwig Kerner (1744-1799)

 

 

 

Friederike Luise Kerner geb. Stockmayer war die Ehefrau von Christoph Ludwig Kerner. Das Geschlecht Kerner stammt aus Kärnten. Die Evangelischen wanderten aus religiösen Gründen im 16. Jahrhundert aus. In Württemberg gehörten sie zur „Ehrbarkeit“, so bezeichnete man die Elite des Landes. Sie standen meist im Dienste der Kirche oder des Staates.

 

 

 

Christoph Ludwig Kerner trat 1766 im Alter von 22 Jahren die Nachfolge seines Vaters als Oberamtmann von Ludwigsburg an. Die Stellung erinnert an den heutigen Landrat. 1795 wurde er Oberamtmann in Maulbronn, dort starb er im Jahr 1799.

 

 

 

Sechs Kinder des Ehepaares sind ins Erwachsenenalter gekommen. Der Jüngste,

 

Justinus Andreas Christian, ist 1786 geboren, er wurde als Dichter und Oberamtsarzt in Weinsberg bekannt.

 

Das jüngste Mädchen, Auguste Wilhelmine Charlotte, ist 1782 geboren. Sie heiratete Pfarrer Johann Jakob Steinbeis, der 1811-1829 die Pfarrstelle in Ilsfeld innehatte. Ihr ältester Sohn Ferdinand Steinbeis hat sich als Wirtschaftspionier und Förderer der Wirtschaft und beruflichen Bildung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einen Namen gemacht.

 

 

 

Christoph Ludwig Kerner ist im Alter von 45 Jahren gestorben. Einige Wochen vor seinem Tod hielt er mit 19 Punkten seinen letzten Willen fest. In den „Bemerkungen auf meinen Todesfall“ dankt er seiner Frau für die Treue, Liebe und Sorgfalt, die sie ihm in seinem Leben erwiesen habe und ermuntert sie „sei nicht zu gut und lasse keines von deinen Kindern über dich zum Meister werden“.

 

 

 

Für die 17-jährige Wilhelmine hielt er fest, dass sie ein gutes und sittsames Kind gewesen sei und besonders ihrer Mutter beigestanden habe. Er ermahnt sie, die Mutter in ihrer traurigen Lage zu unterstützen.

 

 

 

Schwer auf dem Herzen lag dem todkranken Vater, dass er für den Jüngsten, den 13-jährigen Justinus, nicht mehr selbst sorgen konnte. Er fordert dessen älteren Bruder Karl auf, Justinus in den Anfangsgründen der Mathematik zu unterrichten, damit Justinus ein besseres Nachdenken erhalte.

 

Scherenschnitt: Christoph Ludwig Kerner und Friederike Luise Kerner

 

Quelle: Nachlass Otto Conrad/Ilsfelder Heimatverein

 

 

 

Friederike Luise Kerner, die Mutter von Justinus Kerner, in Ilsfeld

 

 

 

Wir wissen nicht, wann Friederike Luise Kerner als Witwe nach Ilsfeld ins Pfarrhaus gekommen ist. Jedenfalls verbrachte sie die letzte Zeit ihres Lebens bei der Familie ihrer Tochter. Das Pfarrhaus stand vor dem Großen Brand 1904 an der Stelle des Kindergartens Dorastift. Ein schön angelegter Garten reichte bis zur Dorfmauer, die damals – in der Verlängerung der heutigen Friedhofsmauer – zwischen der Charlottenstraße und Marktstraße verlief. Friederike Luise Kerner ist am 20. Juni 1817 gestorben. Johann Jakob Steinbeis, der Schwiegersohn, trug ins Sterberegister ein, dass sie 67 Jahre, 3 Monate und 25 Tage alt geworden und an Schleimfieber gestorben sei. Zwei Tage später wurde sie morgens um 6 Uhr bestattet.

 

 

 

Der Grabstein trägt die Inschrift:

 

 

 

„Der mütterlichen Treue – kindliche Dankbarkeit – zum Andenken an Friederike Luise verehelichte Kerner – geborne Stokmaier – gest. d. 20. Juni 1817.“

 

Es ist im Land wenig bekannt, dass die Mutter von Justinus Kerner ihren Lebensabend in Ilsfeld verbrachte, in Ilsfeld bestattet wurde und das auffallend schöne Grabmal auf dem Alten Friedhof in Ilsfeld steht.

 

Interessant sind die Beziehungen zwischen der Familie Steinbeis in Ilsfeld und Justinus Kerners Familie in Weinsberg. Diesen Verbindungen gehen wir in einem weiteren Artikel nach.

 

 

 

Die Veröffentlichung des Heimatvereins

 

„Ferdinand von Steinbeis (1807-1893): Sohn eines Ilsfelder Pfarrers – Wegbereiter der Wirtschaft in Württemberg – Briefe aus dem Elternhaus“

 

enthält ausführliche Informationen zu den Familien Kerner und Steinbeis.

 

Die Informationen dieses Artikels sind dieser Veröffentlichung entnommen.

 

Das Buch im Umfang von knapp 100 Seiten ist beim Heimatverein und der Gemeindeverwaltung zum Preis von 14,90 Euro erhältlich.

 

 

 

Walter Conrad

 


Ilsfelder Persönlichkeiten | Max Beck - Weltmeister im Segelflug (im August)

Der über 90-jährige Gerhard Schäfer hat für den Heimatverein eine Erinnerung an seine Jugendzeit aufgeschrieben:

 

„Lang, lang ist es her, man schrieb das Jahr 1937, wir waren gerade in der Schule, plötzlich kam die Nachricht, dass im Krummen Land – nahe dem heutigen Schulzentrum – ein Segelflugzeug gelandet sei. Es war für uns eine Sensation. Nach dem Unterricht strömten wir alle zum Landeplatz. Der Segelflieger war Max Beck, ein alter Ilsfelder, später wurde er Weltmeister im Segelflug. Er hat es verdient, nicht in Vergessenheit zu geraten.“

 

Wir wissen nicht, ob die überraschende Landung mit einem Bericht in Verbindung steht, der im April 1937 in einer Zeitung veröffentlicht wurde. Diesen geben wir in Auszügen wieder, um der Bitte von Gerhard Schäfer, den Segelflugweltmeister aus Ilsfeld nicht zu vergessen, nachzukommen.

 

Vom Konditorlehrling zum Weltrekordflieger

 

Max Beck ist bekanntlich ein Sohn der Gemeinde Ilsfeld. Im vierten Stock eines Hauses an der Hauptstraße in Ilsfeld (neben Häußermann's Ochsen) sitzt uns eine freundliche Frau gegenüber. Die Mutter von Max Beck. Vom Leben ihres Sohns erzählt sie. Nach dem Krieg (I. Weltkrieg) zogen die Eltern nach Ilsfeld. Für den aufgeweckten, aber mehr für sich lebenden Jungen, bedeutete dieser Wechsel einen schmerzhaften Verlust der ersten Freunde. Er vergrub sich ganz in seine Welt, in der Basteln und der Traum vom Fliegen die größte Rolle spielten. Später dann, als aus dem Jungen und Konditorlehrling ein Mann geworden war, erwachte in ihm wieder die früh gehegte Liebe: seine Leidenschaft für das Fliegen. Die Jahre der Arbeitslosigkeit (um 1930) nutzte er dazu aus, um in aller Stille sich gründliches Wissen über aerodynamische Gesetze des Flugzeugbaus zu erwerben.

 

Das entscheidende Ereignis in seinem Leben bildete jedoch jener Tag, als er bei einem Segelflugmodellwettbewerb auf dem Cannstatter Wasen preisgekrönt wurde.

 

Einen der größeren fliegerischen Erfolge vollbrachte er mit einem Winterüberlandflug nach Aalen. Die Anerkennung fand Max Beck durch seine Berufung zum ersten Hauptsegelfluglehrer auf dem Hornberg (bei Schwäbisch Gmünd) 1934.

 

Seitdem findet er selten aus seinem geliebten Wirkungskreis heraus, um der freundlichen Dachstockwohnung in Ilsfeld und den wartenden Eltern einen kurzen Besuch abzustatten. Die Eltern, Freunde und Bekannte und ganz besonders die Ilsfelder Jugend brennen darauf, bis Max bald einmal nach Hause kommt, um ihrem Weltrekordflieger noch einmal persönlich „Hals- und Beinbruch“ zu wünschen.

„Max Beck in der Rhön 1937“

 

Aus der Lebensgeschichte von Max Beck

 

Max Beck ist 1910 geboren, seine Eltern Albert Beck und Berta geb. Glässing wurden nach dem I. Weltkrieg in Ilsfeld heimisch. Der Vater arbeitete als Steinmetz beim Bildhauermeister Heinrich Zentler. In Ilsfeld besuchte Max Beck die Schule und wurde konfirmiert. Die Hochzeit mit Maria geb. Trah aus Schwäbisch Gmünd fand 1937 in Ilsfeld statt. Der Ilsfelder Pfarrer hat im Eheregister als Beruf „Segelflughauptlehrer“ eingetragen, denn seit 1932 war Max Beck Fluglehrer an der Segelflugschule des Württembergischen Luftfahrtsverbands auf dem Hornberg bei Schwäbisch Gmünd. Bis 1960 war Max Beck – mit Unterbrechungen bedingt durch den II. Weltkrieg – an der Segelflugschule Hornberg, zuletzt als Schulleiter.

 

1952 starb seine Frau, 1953 heiratete er wieder. Seine zweite Frau Hella Beck, hat dem Heimatverein zusammen mit verschiedenen Aufnahmen auch die Lebensdaten ihres Mannes zur Verfügung gestellt, der 1992 an einem Herzinfarkt gestorben ist. Wir haben ihre Angaben durch Informationen des Deutschen Segelflugmuseums Wasserkuppe/Rhön ergänzt.

 

Max Beck – ein Pionier des Segelflugs

 

Das Leben von Max Beck war der Fliegerei gewidmet. Allerdings konnten die „Luftkutscher“, wie man die Pioniere der Fliegerei damals spöttisch nannte, davon nicht leben, auch Max Beck nicht. Als hauptamtlicher Fluglehrer (und Schulleiter) der Segelflugschule Hornberg wurde sein Hobby, das er leidenschaftlich ausübte, zum Beruf.

 

 

Die Lebensflugleistung betrug:

  • 10.423 Segelflugstarts,
  • 2.492 Segelflugstunden,
  • 12.860 Streckenkilometer im Segelflug,
  • 9.600 Motorflugstarts
  • 4 022 Motorflugstunden und
  • 545.905 Streckenkilometer.

Einen Höhepunkt bildete der Weltrekordflug 1937 (mit Rolf Knies) mit einem offenen Doppelsitzer vom Hornberg nach Bingen, im gleichen Jahr wurde er Rhönsieger, 1938 folgte wieder eine Weltbestleistung. Bei weiteren spektakulären Flügen wird sein Name erwähnt. Dazu gehörte ein spektakulärer Flug im Jahr 1939: es gelang ihm und zwei weiteren Piloten zum ersten Mal im geschlossenen Dreierverband einen Looping zu fliegen.

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg war er beim Wiederaufbau der Fliegerei beteiligt. Als erster Segelflieger in der Bundesrepublik erhielt er das internationale Leistungsabzeichen mit drei Diamanten.

 

Erinnerungen in Ilsfeld an Max Beck

 

Der Bruder von Max Beck, Paul Beck, betrieb von etwa 1946 bis 1958 in der Rathausstraße in Ilsfeld eine Schreinerei.

Grabstein „Unser Bärbele“ an der Ostmauer des Alten Friedhofs

 

 

 

 

 

 

Seine Schwester Berta heiratete Otto Geiger, 1945 wurden ihnen die Zwillinge Alfred und Barbara geboren. Das Mädchen Barbara starb am 3. Januar 1947, seinem zweiten Geburtstag. An der Ostmauer des Alten Friedhofs ist ein kleiner Grabstein mit der Inschrift „Unser Bärbele“ eingemauert, der an das früh verstorbene Kind erinnert. Als Steinmetz konnte Albert Beck, der Vater von Max Beck, den gefühlsbetonten Grabstein für sein Enkelkind gestalten.

 

 Walter Conrad / Manfred Braun


Verleihung des Förderpreises „Herbert Diener – Eugen Härle“  2019 (im Juli 2019)

In der Aula der Ilsfelder Grundschule wurde vor großer Kulisse von etwa 300 Schülerinnen, Schüler und Lehrer/innen der Grundschulklassen sowie Vertretern des Heimatvereins und der Gemeinde Ilsfeld der Förderpreis der Stiftung „Herbert Diener – Eugen Härle“ an die Schülerinnen und Schüler der Grundschulklassen 4 a,b,c überreicht.

 

Die Schüler und Schülerinnen haben zusammen mit ihren Klassenlehrern Frau Simone Kicherer, Frau Yeliz Porsuk  und Herrn Jakob Deuble sowie der Unterstützung von Herrn Walter Conrad Nachforschungen über Ilsfelder Straßennamen betrieben, hinter denen sich Ilsfelder Persönlichkeiten verbergen oder auch andere aus der Geschichte bekannte Personen stehen. Die Schüler/innen haben daraus eine Broschüre erstellt.

In ihrer Laudatio würdigte die Schulleiterin Frau Bewersdorff die tolle Arbeit und das Ergebnis das dabei herausgekommen ist. Wer macht sich schon Gedanken über den Namen der Straße, in der er wohnt und wer hinterfragt, wer gegebenenfalls hinter dem Namen steht, so war ihre Frage an die Schüler/innen die vor ihr saßen.

 

Frau Seher dankte der Grundschule, dass sie sich dieser Aufgabe gestellt und damit auch den Heimatgedanken gefördert hat. Sie überreichte den Preis, einen symbolischen Scheck in Höhe von 450 €. Der Preis wurde dieses Jahr von der SÜWAG gespendet.

 

Aufnahme Horst Meyer

 

Aufnahme Horst Meyer

 

Der Förderpreis der Stiftung „Herbert Diener – Eugen Härle“ wird vergeben an Schüler/innen und Lehrer/innen der Ilsfelder Schulen für Leistungen, die sich mit dem Heimatgedanken der Ilsfelder Gemeinde in besonderer Weise auseinandersetzen.

 

Bei Interesse kann die Broschüre gegen eine geringe Gebühr bei Herrn Walter Conrad Tel.: 07062/ 61332 oder im Heimatmuseum erworben werden.

 

                                                                                                                  Manfred Braun


Rückblick „Historischen Rundgang“  2019

Auf großes Interesse stieß der „Historische Rundgang“ durch Ilsfeld, der von Seiten des Landwirtschaftlichen Ortsvereins und des Heimatvereins angeboten wurde. Bei sommerlichen Temperaturen fanden sich etwa 60 Teilnehmer und Teilnehmerinnen in der Alten Kelter ein, um mehr über die Geschichte und Entwicklung unseres Ortes zu erfahren. Zu Beginn erzählte Walter Conrad viel über die geschichtliche Entwicklung des Ortes, die Bevölkerungsentwicklung und die Struktur des Ortes um 1450, die keine mageren Jahre waren, so Walter Conrad. Früher war der Ort durch die Landwirtschaft geprägt, heute spielt diese für Ilsfeld nur noch eine untergeordnete Rolle. Einige unserer neuen Baugebiete, wie Gentach und Bustadt gehen auf alte Siedlungen vor dem 15 Jahrhundert zurück. Des Weiteren berichtete Walter Conrad Interessantes über die Entstehung der Dorfmauer sowie den Wirtschaftszweig der Lehmgruben, in denen früher Ziegel hergestellt wurden.

 

Nach dieser Einführung ging es weiter in die Krumme Gasse. Hier erläuterte Martin Schäfer den typischen Aufbau eines landwirtschaftlichen Betriebs im letzten Jahrhundert. Er führte durch seine Scheunen und erklärte die Vorteile einer Hocheinfahrt, die insbesondere für die Ernte der Futterrüben („Angerschen“) und des Grünfutters von Vorteil war. Gegenüber seinem Hof stand früher eines der fünf Backhäusle am Ort. Brot war das typische Produkt der Eigenversorgung. Vom Säen der Saat über Ernten, Dreschen, Mahlen des Korns, bis zum Backen des Brotes im Backhäusle konnte alles am Ort gemacht werden.

 

Das Bauernviertel, wie man früher sagte, war das nächste Ziel. Hier gab es Erläuterungen zu den vielen Gastwirtschaften im Ort als auch zum Aufbau eines alten Bauernhauses, in denen oftmals der Stall unterhalb der Wohnung war. Damit stieg im Winter die Wärme, die durch das Vieh abgegeben wurde, in die Wohnung, so Martin Frank.

 

An der alten Friedhofsmauer in der Charlottenstraße wurden eine ganze Reihe von alten Grenzsteinen aufgestellt, die aus der Zeit vom 16. – 19. Jahrhundert stammen. Grenzsteine dienten früher zur Abgrenzung des Herrschaftsgebietes. In viele dieser Grenzsteine wurde ein Baum, mal relativ simpel mal recht kunstvoll eingemeißelt. Einige der Teilnehmer achteten nun zum ersten Mal auf diese Steine.

In der Bartholomäuskirche, in der man sich von der sommerlichen Hitze etwas abkühlen konnte, gab Walter Conrad historische Erläuterungen zur Entstehung im 12. Jhd. und auch zum Bartholomäusmarkt, heute auch Holzmarkt gekannt, der bereits 1521 urkundlich in einem Lagerbuch, einer Art Grundbuch, erwähnt wird.

 

Letzte Station des Rundgangs war das Gebiet um das alte Winkele. Hier erzählte Helmut Mezger über die Familien die dort lebten, ihre Gewohnheiten und Episoden die sich zugetragen haben.